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Gurt gerissen? So wechseln Sie den Rollladengurt sicher aus
Kennen Sie das? Sie wollen morgens den Rollladen hochziehen – und plötzlich macht es *zack*. Der **Rollladengurt ist gerissen**, der Panzer hängt schief und nichts bewegt sich mehr. Nervig. Vor allem, wenn es draußen heiß, kalt oder einfach nur hell ist und Sie eigentlich Ruhe und Komfort wollen.
Die gute Nachricht: Einen Rollladengurt können Sie mit etwas Ruhe auch selbst wechseln. Wenn Sie wissen, wie. Und genau das zeige ich Ihnen hier – Schritt für Schritt, wie ich es auch einem Nachbarn am Gartenzaun erklären würde.
Sie erfahren:
- wie Sie den **defekten Gurt** sicher ausbauen,
- welches **Werkzeug** Sie wirklich brauchen,
- wie Sie den neuen Gurt richtig **einfädeln und spannen**,
- und wann sich ein Blick auf moderne **Rollladensysteme** wie Vorbaurollladen oder Unterputzrollladen lohnt.
Das Wichtigste in Kürze:
- ✅ Ein gerissener Gurt ist lästig, aber in vielen Fällen können Sie ihn selbst wechseln.
- ✅ Arbeiten Sie immer mit abgesicherter Rollladenwelle, damit sich nichts unkontrolliert dreht.
- ✅ Nutzen Sie einen neuen, ausreichend langen **Rollladengurt** mit passender Breite (meist 14–23 mm).
- ✅ Wenn Rollladenkasten oder Mechanik alt und klapprig sind, denken Sie über moderne Systeme wie Vorbaurollladen oder Unterputzrollladen nach – für bessere Dämmung und Komfort.
Checkliste: Darauf sollten Sie beim Wechsel des Rollladengurts achten
- ✅ Strom an elektrischen Antrieben abschalten (falls vorhanden)
- ✅ Rollladen vollständig hochfahren, bevor Sie den Kasten öffnen
- ✅ Leiter standsicher aufstellen und nicht überstrecken
- ✅ Gurtbreite und -länge vor dem Kauf genau nachmessen
- ✅ Feder im Gurtwickler langsam entspannen, nicht „aufschnalzen“ lassen
- ✅ Schrauben, Abdeckungen und Kleinteile sortiert ablegen
- ❌ Keine Gewalt: Wenn etwas klemmt, Ursache suchen, nicht reißen oder hebeln
- ❌ Nicht ohne Sicherung an der gespannten Welle arbeiten
Warum reißt ein Rollladengurt überhaupt?
Ein Rollladengurt hält viele Jahre – aber nicht ewig. Die häufigsten Ursachen:
- Verschleiß: Der Gurt scheuert an der Durchführung im Mauerwerk. Nach tausenden Zyklen franst er aus und bricht.
- Sonneneinstrahlung: UV-Licht macht das Gewebe spröde, vor allem bei sehr alten Gurten.
- Feuchtigkeit und Schmutz: Kondenswasser, Staub und Schmutz greifen das Material an.
- Überlastung: Schwergängige oder klemmende Rollläden belasten den Gurt unnötig.
Wissen Sie was? Ein gerissener Gurt ist oft nur ein Symptom. Wenn der Rollladen klemmt, im Kasten alles wackelt oder der **Rollladenkasten** schlecht gedämmt ist, lohnt sich manchmal mehr als nur ein Gurtwechsel – z. B. ein moderner Vorbaurollladen aus Aluminium.
Vorbereitung: Bevor Sie den Rollladengurt wechseln
Material und Werkzeug
Für einen klassischen Gurtwechsel an einem manuellen Rollladen brauchen Sie:
- neuen **Rollladengurt** (Breite passend zum System, meist 14 oder 23 mm)
- Schraubendreher (Kreuz oder Schlitz, je nach Schrauben)
- evtl. Akkuschrauber
- Seitenschneider oder scharfe Schere
- evtl. Spitzzange
- Maßband
- Leiter (standsicher!)
Tipp aus der Praxis: Kaufen Sie den Gurt lieber **etwas länger**. Kürzen können Sie immer. Zu kurz ist direkt ärgerlich.
Rollladentyp prüfen
Schauen Sie sich an, was verbaut ist:
- Aufsatz- oder Sturzkasten innen über dem Fenster? – Klassischer Innen-Gurtwechsel.
- Außenkasten / Vorbaukasten vor der Fassade? – Dann sitzt der Gurt oft seitlich oder unten, der Kasten ist von außen zugänglich.
Gerade bei außenliegenden Systemen lohnt der Blick auf moderne Lösungen. Ein moderner Rollladenkasten eckig für den nachträglichen Einbau aus Aluminium bietet deutlich besseren Wärmeschutz als viele alte Blechkästen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Rollladengurt sicher wechseln
1. Rollladen sichern und Kasten öffnen
Fahren Sie den Rollladen zuerst komplett nach oben, bis der **Rollladenpanzer** aufgewickelt ist. So haben Sie Platz im Kasten.
Dann:
- Gurt so gut es geht entlasten (auch wenn er schon gerissen ist).
- Blende des Rollladenkastens vorsichtig abschrauben oder ausclipsen.
- Blende beiseitelegen, nicht verkanten oder verbiegen.
Jetzt sehen Sie die Welle, auf der der Panzer aufgewickelt ist, und oben den Befestigungspunkt des Gurts an der Welle.
2. Alten Gurt von der Welle lösen
Der Gurt ist meistens mit einer kleinen Klammer, Schraube oder Schlaufe an der Welle befestigt.
- Lösen Sie die Befestigung vorsichtig mit Schraubendreher oder Zange.
- Ziehen Sie den alten Gurt komplett aus der Durchführung im Mauerwerk.
- Kontrollieren Sie gleich die Durchführung: Ist sie scharfkantig? Dann hier etwas entgraten oder mit einem kleinen Gurtführungseinsatz nachrüsten.
Hier ist der Haken: Dreht sich jetzt die Welle von alleine, ist Spannung auf dem System. Halten Sie die Welle mit der Hand fest und sichern Sie sie, z. B. mit einem kleinen Holzkeil, damit sie sich nicht unkontrolliert bewegt.
3. Gurt am Gurtwickler entfernen
Unten am Fensterrahmen oder an der Wand sitzt der **Gurtwickler**. Der ist federbelastet.
- Abdeckung des Gurtwicklers abschrauben.
- Gurtwickler aus der Wand ziehen, aber gut festhalten – innen ist eine gespannte Feder.
- Gurt langsam abwickeln, Feder kontrolliert entspannen lassen. Nicht einfach loslassen!
- Alten Gurt aus der Befestigung (Klemme, Schlaufe, Schraube) lösen.
Wenn der Gurt gerissen und komplett verschwunden ist, sitzt der Rest oft eingerollt im Wickler oder oben im Kasten. Dann müssen Sie den Rollladenkasten öffnen und den verbliebenen Gurtteil herausziehen.
4. Neuen Rollladengurt zuschneiden und vorbereiten
Jetzt kommt der neue Gurt ins Spiel.
- Alten Gurt als Längenmuster nutzen, wenn noch vorhanden.
- Fehlt er komplett, gilt grob: Fensterhöhe x 2,5 als Richtwert, lieber etwas mehr.
- Gurtende, das in den Wickler kommt, sauber abschneiden und ggf. leicht anschrägen, damit es besser durch die Führung läuft.
Achten Sie auf die **Laufrichtung** des Gurts: Die Außenseite (oft etwas glatter) soll später sichtbar sein.
5. Gurt im Gurtwickler befestigen und vorspannen
Jetzt montieren Sie zuerst den unteren Teil:
- Neuen Gurt im Wickler an der vorgesehenen Stelle befestigen (Klemme/Schlitz/Schraube).
- Gurt sauber aufrollen, Feder dabei langsam spannen, bis der Gurt einen guten Zug hat, aber nicht „auf Block“ gespannt ist.
- Gurtwickler wieder in die Wand einsetzen, aber Abdeckung noch nicht montieren – erst testen.
Wichtig: Wenn die Feder zu schwach gespannt ist, hängt der Gurt später durch. Ist sie zu stark gespannt, verschleißt der Gurt schneller.
6. Gurt oben an der Welle befestigen
Jetzt führen Sie den Gurt von unten durch die Gurtführung im Mauerwerk nach oben in den Kasten.
- Gurt durch die Öffnung in den Kasten ziehen – ohne Verdrehung.
- Passende Stelle an der Welle suchen (oft ist dort eine spezielle Klemmschelle oder ein Schlitz).
- Gurt so befestigen, dass er beim Ab- und Aufwickeln sauber läuft.
Der Gurt sollte im hochgefahrenen Zustand noch genügend Reserve auf der Welle haben, damit er bei ganz heruntergelassenem Rollladen nicht abreißt.
7. Funktion testen und Kasten schließen
Jetzt kommt der Probelauf:
- Rollladen langsam mit dem neuen Gurt herunterlassen.
- Auf gleichmäßigen Lauf achten: Nichts hakelt, der Panzer rollt sauber ab.
- Rollladen wieder hochziehen: Wickelt sich der Gurt sauber im Wickler auf? Hängt nichts durch?
Passt alles, können Sie nun:
- Rollladenkasten wieder schließen und sauber verschrauben.
- Abdeckung des Gurtwicklers montieren.
Wenn der Rollladen trotz neuem Gurt schwergängig bleibt oder der Kasten klappert, lohnt sich ein kritischer Blick: Vielleicht ist die Zeit für ein modernes System aus langlebigem Aluminium gekommen.
Wenn der Gurt öfter reißt: Zeit, den Rollladen zu überdenken
Ein einmal gerissener Gurt – passiert. Wenn Sie aber alle paar Jahre wieder dran sind, liegt es sehr oft am **alten System** dahinter: ausgeschlagene Lager, verzogene Kunststoffpanzer, schlecht gedämmter Kasten.
Hier kommen moderne Lösungen ins Spiel, gerade wenn Sie sanieren oder ohnehin neu bauen.
Vorbaurollladen: Die saubere Lösung für den nachträglichen Einbau
Sie wollen den alten Kasten nicht mehr sehen, aber nicht gleich die komplette Fassade aufreißen? Dann sind **Vorbaurollladen** ideal. Die Montage erfolgt vor dem Fenster oder auf die Fassade, die bestehende Bausubstanz bleibt weitgehend unberührt.
Für die meisten Häuser passt ein klassischer, geradliniger Kasten perfekt. Schauen Sie sich zum Beispiel diesen Vorbaurollladen mit eckigem Kasten an. Er eignet sich optimal für den nachträglichen Einbau, ohne dass Sie am Innenputz herumfräsen müssen.
Sie legen Wert auf Optik? Dann ist ein Vorbaurollladen halbrund mit **rundem Kasten** spannend. Das ist Technik und Fassadengestaltung in einem: klare Linien, elegante Optik, alles „Made in EU“ aus robustem, ausgeschäumtem Aluminium statt einfachem Plastik.
Unterputzrollladen: Die unsichtbare Lösung für Neubau und Komplettsanierung
Planen Sie einen Neubau oder reißen Sie die Fassade ohnehin auf? Dann sind **Unterputzrollladen** die Königsklasse. Der Kasten verschwindet komplett in der Dämmschicht – keine sichtbare Box, keine optische Unterbrechung.
Genau dafür gibt es z. B. Unterputzrollladen mit **integrierten Systemen**. Diese Rollladen für Neubau sitzen thermisch sauber im Wärmedämmverbundsystem. Sie erhalten praktisch **unsichtbare Rollladen**, die trotzdem höchste Stabilität bieten.
Der große Vorteil: Sie kombinieren Sonnenschutz, Verdunkelung, Lärmschutz und Einbruchhemmung – und verbessern gleichzeitig die Energieeffizienz Ihres Hauses, weil es keine riesigen Wärmebrücken am alten Kästen mehr gibt.
Warum sich Qualität bei Rollläden auszahlt
Ich erlebe immer wieder: Billige PVC-Rollläden mit dünnen Gurten und wackeligen Kästen machen nach wenigen Jahren Ärger. Verzug durch Hitze, klappernde Lamellen, gerissene Bänder.
Mit einem hochwertigen **Aluminium-Rollladenpanzer** mit ausgeschäumten Profilen sieht es anders aus:
- besserer Wärmeschutz, weil die Lamellen gedämmt sind,
- deutlich höhere Stabilität gegen Wind und Witterung,
- spürbar bessere Sicherheit gegen Aufhebeln,
- lange Lebensdauer – das ist echte **Investition in Qualität**.
Und: Bei Systemen wie bei Bergertech kommt alles aus europäischer Fertigung, nach klaren Normen. Keine „No-Name“-Ware, bei der nach ein paar Jahren keine Ersatzteile mehr zu bekommen sind.
Schluss mit Standardmaßen. Konfigurieren Sie Ihren Rollladen millimetergenau.
Fazit: Investieren Sie in Ihren Wohnkomfort
Ein gerissener Rollladengurt nervt, keine Frage. Mit der richtigen Anleitung bekommen Sie den **Gurtwechsel** aber gut alleine hin. Schritt für Schritt, ohne Stress, ohne Spezialwerkzeug.
Wenn Sie dabei merken, dass Kasten, Panzer oder Mechanik ohnehin am Ende sind, nutzen Sie die Gelegenheit: Mit einem modernen **Vorbaurollladen** oder **Unterputzrollladen** holen Sie mehr Komfort, bessere Dämmung und mehr Sicherheit ins Haus. Und Sie müssen sich auf Jahre keine Gedanken mehr um gerissene Gurte machen.
Mein Rat als Handwerksmeister: Rechnen Sie nicht nur den Preis, sondern auch die nächsten 15–20 Jahre mit ein. Dann wird aus einem Ärgernis eine sinnvolle Verbesserung Ihres Zuhauses.
Häufig gestellte Fragen
Was tun, wenn der Rollladengurt gerissen ist?
Sie haben zwei Möglichkeiten: Ist der Schaden klein, können Sie das **Rolloband provisorisch flicken**, indem Sie beide Hälften überlappend zusammennähen oder mit einer speziellen Gurtklemme verbinden. Dauerhaft sauberer ist aber der **komplette Austausch des Rollladengurts**. Dabei entfernen Sie die kaputten Enden aus Rollladenkasten und Gurtwickler, setzen ein neues Band ein, spannen den Wickler vor und testen den Lauf.
Wie viel kostet die Reparatur eines Rollladengurts?
Wenn ein Fachbetrieb die Reparatur übernimmt, können Sie ungefähr mit diesen Kosten rechnen:
- Materialkosten (Rollladenband): ca. 10 € – 50 € je nach Qualität und Länge
- Arbeitszeit (ca. 2 Stunden): etwa 80 € – 150 €
- Fahrtkosten des Handwerkers: rund 20 € – 50 €
Unterm Strich liegen die **Gesamtkosten** typischerweise zwischen 110 € und 250 €. Wenn Sie handwerklich geschickt sind, können Sie durch Eigenleistung vor allem Arbeits- und Anfahrtskosten sparen.
Was kann ich tun, wenn mein Rollladengurt gerissen ist und verschwunden ist?
In diesem Fall ist der Gurt meist komplett in den **Rollladenkasten oder Außenkasten eingerollt**. Sie sehen unten nur noch die leere Durchführung. Um den Gurt zu wechseln, müssen Sie den Rollladenkasten öffnen, den übrigen Gurt von der Welle lösen, einen neuen Gurt durch die Führung ziehen und ihn sowohl an der Welle als auch am Gurtwickler wieder korrekt befestigen und spannen.

