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Kennen Sie das? Draußen knallt die Sonne, innen staut sich die Hitze, und der alte Gurtroller klemmt schon wieder. Also haben Sie sich für **elektrische Rollläden** entschieden – super Idee. Aber jetzt kommt die große Frage: Darf ich den Motor und den Schalter selbst anschließen, oder brauche ich zwingend einen Elektriker?
Genau darum geht es hier. Ich zeige Ihnen als Handwerksmeister ganz konkret:
- Was Sie beim mechanischen Einbau der Rollläden gut selbst machen können
- Wo beim Stromanschluss gesetzlich Schluss ist
- Wie ein elektrischer Rollladen technisch funktioniert – ohne Fachchinesisch
- Welche Rollladen-Systeme (z. B. Vorbaurollladen oder Unterputzrollladen) zu Ihrem Haus passen
Das Wichtigste in Kürze:
- ✅ Mechanische Montage (Kasten, Führungsschienen, Panzer einhängen) können geübte Heimwerker oft selbst machen.
- ❌ Festanschluss an 230 V ist in Deutschland Sache vom Elektriker. Das regelt die Norm DIN VDE 0100.
- ✅ Sie dürfen vorbereiten: Leitungen legen (nach Planung), Dosen setzen, Maß nehmen, Wellen einbauen.
- ✅ Wer auf Qualität setzt (Aluminium, Made in EU), spart auf lange Sicht bei Energie, Wartung und Nerven.
Checkliste: Darf ich das selbst – oder muss der Elektriker ran?
- ✅ Rollladenkasten montieren, Schienen ausrichten, Panzer einhängen
- ✅ Durchbrüche bohren, Mauerdurchführungen für Kabel vorbereiten
- ✅ Unterputzdosen setzen (nach Elektro-Plan), Leerrohre verlegen
- ❌ Direkter Anschluss des Motors an 230 V-Leitung
- ❌ Anschließen von Schaltern, Tastern, Funkempfängern an das Hausnetz
- ❌ Änderungen an Sicherungskasten, Automaten, FI-Schutzschaltern
- ✅ Funktionsprüfung der Mechanik (Leichtlauf, Anschläge, Justage des Motors)
Merksatz: Alles ohne Strom dürfen Sie machen – alles mit blanken Adern gehört zum Elektriker.
Warum elektrische Rollläden überhaupt? Hitze, Komfort, Sicherheit
Fangen wir bei Ihrem Alltag an. Ein elektrischer Rollladen ist nicht nur ein „Motor mit Schalter“. Er verbessert Ihren Wohnkomfort und Ihre Energieeffizienz deutlich.
Wärmeschutz: Sommer kühl, Winter warm
Elektrische Rollläden mit einem guten Aluminium-Panzer mit PU-Schaumfüllung halten die Hitze im Sommer draußen und die Wärme im Winter drinnen. Wenn Sie diese morgens und abends automatisch fahren lassen, entlasten Sie Ihre Klimaanlage oder Heizung – und sparen Betriebskosten.
Sicht- und Einbruchschutz
Mit einem Knopfdruck fährt der Rollladen runter. Niemand schaut mehr in Ihr Wohnzimmer, und Gelegenheits-Einbrecher verlieren schnell die Lust. Aluminium-Rollläden sind deutlich stabiler als einfache PVC-Varianten aus dem Baumarkt.
Komfort & Barrierefreiheit
Kein Ziehen mehr am Gurt, kein Geruckel. Gerade für ältere Menschen oder bei großen Fensterfronten ist ein elektrischer Rollladenantrieb eine Wohltat. Später können Sie auch Zeitschaltuhren oder Smart-Home-Steuerungen nachrüsten.
Elektrische Rollläden: So funktionieren Motor, Schalter & Co.
Damit Sie besser entscheiden können, was Sie selbst übernehmen, schauen wir uns die Technik kurz an – ganz ohne Normendeutsch.
Der Motor im Rollladenkasten
Im Rollladen steckt ein Rohrmotor. Der sitzt in der Achtkantwelle im Kasten. Der Motor braucht in der Regel 230 V Wechselspannung und hat meistens:
- ein blaues Kabel = Neutralleiter (N)
- ein grün-gelbes Kabel = Schutzleiter (PE)
- zwei Adern für die Fahrtrichtung, z. B. braun (Auf) und schwarz (Ab) oder braun/rot
Gesteuert wird das Ganze über einen **Rollladenschalter** oder einen Funkempfänger.
Der Schalter an der Wand
Ein klassischer Rollladenschalter hat „Auf“, „Stop“ und „Ab“. Dieser hängt direkt am Hausnetz. Hier fließt 230 V. Genau da liegt der Knackpunkt: Hier greift das Elektrogsetz (NAV) und die DIN VDE-Normen.
Was dürfen Sie selbst machen – und was nicht?
Ich erlebe oft: „Ich hab doch schon Lampen angeschlossen, das bisschen Motor schaff ich auch.“ Klingt mutig, ist aber rechtlich und sicherheitstechnisch heikel.
Das dürfen Sie in der Regel selbst übernehmen
- Mechanische Montage des Rollladens:
- Kasten an die Fassade oder ins Sturzfach setzen
- Führungsschienen ausrichten und befestigen
- Rollladenpanzer einhängen und Endleisten montieren
- Bohrungen und Durchführungen für Kabel:
- Loch vom Kasten in den Innenraum für die Motorleitung
- Leerrohre verlegen, damit der Elektriker später sauber anschließen kann
- Montage der Achtkantwelle und des Motors:
- Motor in die Welle schieben
- Adapter und Mitnehmer einsetzen
- Mechanische Endlagen nach Anleitung einstellen
- Unterputzdosen setzen nach Plan des Elektrikers
Alles das spart dem Elektriker Zeit – und Ihnen Geld. Wichtig ist nur: Keine Ader blank anschließen, keine Klemmen setzen, solange es um 230 V geht.
Hier ist definitiv der Elektriker gefragt
- Anschluss an das 230 V-Hausnetz (Festanschluss, keine Steckerlösung)
- Anschluss der Motorleitungen in Verteilerdosen oder im Schalter
- Installation und Verdrahtung von Automatiksteuerungen, Gruppensteuerungen, Smart-Home-Gateways
- Änderungen im Sicherungskasten (neue Sicherung, FI, Leitungsschutz etc.)
- Messungen & Prüfungen nach DIN VDE (Isolationsmessung, Schutzleiterprüfung)
Und jetzt der Punkt, den viele unterschätzen: Bei Fehlern haften Sie. Im Brand- oder Schadensfall kann die Versicherung nachfragen, wer am Strom gearbeitet hat. Wenn dann ein Laie am Werk war, wird es schnell teuer.
Wie werden elektrische Rollläden grundsätzlich angeschlossen?
Damit Sie das System verstehen, hier vereinfacht der typische Anschluss – nicht als Aufforderung zum Selberklemmen, sondern damit Sie mit dem Elektriker auf Augenhöhe sprechen können.
- Der Elektriker verbindet den grün-gelben Schutzleiter des Motors mit dem Schutzleiter der Stromversorgung.
- Er klemmt das blaue Kabel (Neutralleiter) des Motors an den Neutralleiter (N) der Hausinstallation.
- Die Phasenadern für Auf/Ab (z. B. braun und schwarz) kommen auf die entsprechenden Klemmen des Rollladenschalters („Auf“/„Ab“).
- Der Schalter bekommt wiederum eine Zuleitung mit Phase aus dem Hausnetz.
Klingt simpel? Ja. Aber ein falscher Anschluss kann den Motor zerstören oder im schlimmsten Fall einen Stromschlag verursachen. Deshalb: Finger weg vom 230 V-Anschluss.
Welcher Rollladen-Typ für welches Haus? Vorbau oder Unterputz?
Bevor Sie überhaupt den Motor anschließen lassen, stellt sich eine andere Frage: Welches Rollladensystem passt zu Ihrem Gebäude? Genau hier kommen hochwertige Systeme aus Aluminium ins Spiel.
Vorbaurollladen – ideal für die Nachrüstung
Wenn Ihr Haus schon steht und Sie eine saubere Lösung ohne große Bauarbeiten suchen, dann ist ein Vorbaurollladen fast immer die beste Wahl.
- Wird vor das Fenster oder auf die Fassade gesetzt
- Kein Eingriff in den Sturz, keine Kältebrücken zum Innenraum
- Ideal für den nachträglichen Einbau im Bestand
Wenn Sie es geradlinig mögen, passt ein Rollladenkasten eckig mit 45°-Blende wunderbar zu modernen Fassaden. Sie behalten volle Flexibilität, können bequem elektrischen Antrieb integrieren und später auch Funk oder Smart Home ergänzen.
Vorbaurollladen halbrund – wenn die Optik eine Rolle spielt
Manchmal darf der Rollladenkasten ruhig Akzent sein. Ein Vorbaurollladen halbrund mit rundem Kasten bringt weiche Linien in die Fassadengestaltung und sieht an vielen Einfamilienhäusern richtig edel aus.
- Designbetonte Optik, gerade bei sichtbarer Montage
- Technisch genauso robust wie der eckige Kasten
- Perfekt, wenn Funktion und Gestaltung zusammenpassen sollen
Unterputzrollladen – die Lösung für Neubau & große Sanierung
Planen Sie einen Neubau oder reißen Sie die Fassade ohnehin auf? Dann lohnt sich ein Blick auf Unterputzrollladen.
- Kasten verschwindet in der Fassade – unsichtbare Rollladen
- Ideal als Rollladen für Neubau oder energetische Sanierung
- Perfekt für integrierte Systeme mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
Das bedeutet konkret: Von außen sehen Sie fast nur noch die Führungsschienen. Der Kasten sitzt in der Dämmebene. Die Optik wirkt extrem aufgeräumt, und Sie kombinieren Architektur und Technik auf hohem Niveau.
Warum ich zu Aluminium & EU-Produktion rate
Ich sage es offen: Billige PVC-Rollläden aus Fernost sind kurzfristig vielleicht verlockend, aber langfristig teuer. Verzogen, spröde, laut – das kenne ich aus zig Baustellen.
Setzen Sie lieber auf:
- Alu-Panzer mit hochdichter PU-Schaumfüllung – stabil, leise, isolierend
- Fertigung in der EU mit CE-Zertifizierung und kontrollierten Materialien
- Maßanfertigung statt Kompromisslösungen in Standardbreiten
So haben Sie viele Jahre Ruhe. Und Ihr Elektriker freut sich auch, weil er mit ordentlich verarbeiteten Produkten arbeitet.
Schluss mit Standardmaßen. Konfigurieren Sie Ihren Rollladen millimetergenau.
Praxis-Tipp: So gehen Sie beim Projekt „Elektrische Rollläden“ vor
Damit das Ganze nicht im Chaos endet, hier ein Fahrplan, wie ich es meinen Kunden empfehle:
- Fenster & Öffnungen genau ausmessen (Breite, Höhe, Einbausituation, Laibung/Tür/Fensterfront).
- System wählen: z. B. Vorbaurollladen für Nachrüstung oder Unterputzrollladen für den Neubau.
- Im Konfigurator Maße, Farben, Motorart (Schalter/Funk) und Zubehör festlegen.
- Einbau vorbereiten: Öffnungen anzeichnen, Bohrungen setzen, Halterungen montieren, Leerrohre legen.
- Rollläden mechanisch montieren, Motor in Welle, Panzer einhängen, Kasten schließen.
- Elektriker kommen lassen für Anschluss, Prüfung und Inbetriebnahme.
So behalten Sie die Kontrolle über Ihr Projekt, sparen Eigenleistung ein und bleiben gleichzeitig rechtlich und sicherheitstechnisch auf der sicheren Seite.
Fazit: Investieren Sie in Ihren Wohnkomfort
Elektrische Rollläden sind keine Spielerei. Sie erhöhen Ihren Komfort, verbessern den Wärmeschutz und steigern die Sicherheit Ihres Hauses. Vieles dürfen und können Sie selbst vorbereiten – gerade bei der Montage der Kästen und Schienen.
Beim Stromanschluss hört der Spaß allerdings auf. Da gehört der Elektriker hin. Kombinieren Sie Ihre Eigenleistung mit einem Fachbetrieb und setzen Sie auf hochwertige, maßgefertigte Rollläden aus Aluminium. Dann haben Sie lange Freude – bei Sonne, Sturm und Schnee.
Häufig gestellte Fragen
Ist es einfach, Rollläden selbst zu montieren?
Sofern Sie nicht völlig ungeübt sind, können Sie die Montage von Rollläden selbst schaffen – unterschätzen Sie es aber nicht. Für ein perfekt passendes und leicht laufendes System brauchen Sie sauberes Messen, genaues Arbeiten und das richtige Werkzeug. Wer hier pfuscht, kämpft später mit schiefen Kästen und klemmenden Panzern.
Wer darf Rollladen montieren?
Den mechanischen Einbau dürfen Tischlereien, Montagebetriebe, Fensterbauer, Rollladenbauer, Zimmerer – oder auch Sie als geübter Heimwerker übernehmen. Der elektrische Anschluss an 230 V gehört allerdings in die Hände eines eingetragenen Elektrikers.
Wie werden elektrische Rollladen angeschlossen?
Der Elektriker verbindet zuerst das grün-gelbe Kabel (Erdung) des Motors mit dem Schutzleiter der Stromversorgung. Dann klemmt er das blaue Kabel (Neutralleiter) an den Neutralleiter der Anlage. Die Phasenleiter (meist braun und schwarz/rot) führt er auf die Steuerklemmen des Schalters für „Hoch“ und „Runter“. So kann der Schalter den Motor sicher in beide Richtungen ansteuern.

