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Kennen Sie das? Die Sonne steht tief, blendet im Wohnzimmer und der Rollladen fährt nur noch ruckelnd hoch. Jetzt soll ein Motor her – aber **welcher Rollladenmotor passt besser zu Ihrem Haus: Funkmotor oder kabelgebundener Motor?**
Viele meiner Kunden stehen genau an diesem Punkt. Angebote liegen auf dem Tisch, jeder erzählt etwas anderes, und am Ende bleibt die Frage: „Was ist auf Dauer wirklich sinnvoll – technisch, preislich und vom Komfort?“
In diesem Beitrag schauen wir uns das ganz nüchtern an. Ich zeige Ihnen als Handwerksmeister,
- wie sich **Funkmotor** und **kabelgebundener Motor** unterscheiden,
- wo die **Vor- und Nachteile** in der Praxis liegen,
- welche Lösung ich bei **Neubau** und **Sanierung** empfehle,
- und wie Sie den passenden Motor direkt mit einem **Maß-Rollladen** kombinieren.
Das Wichtigste in Kürze:
- ✅ Funkmotor: maximaler Komfort, keine Schalterverkabelung, ideal bei Nachrüstung – aber teurer und batteriebetriebene Steuerungen brauchen Pflege.
- ✅ Kabelgebundener Motor: robust, günstig, langlebig – perfekt, wenn Sie an die Elektroinstallation herankommen (Neubau/Komplettsanierung).
- ✅ Für die Nachrüstung mit wenig Stemmarbeiten eignen sich Vorbaurollladen mit Funkmotor besonders gut.
- ✅ Beim Neubau sind Unterputzrollladen mit kabelgebundenem Motor oft die technisch sauberste und optisch eleganteste Lösung.
Kurzer Vergleich: Funkmotor vs. kabelgebundener Motor
- ✅ Funkmotor – Vorteile
– Kein Schlitze stemmen für Schalterleitungen
– Komfort: Steuerung per Handsender, Wandtaster, App oder Smart Home
– Ideal bei Nachrüstung und fertigen Innenräumen - ❌ Funkmotor – Nachteile
– Höherer Anschaffungspreis
– Batterien in Handsendern/Wandtastern müssen gelegentlich gewechselt werden
– Funkreichweite hängt von Wänden und Baustoffen ab - ✅ Kabelgebundener Motor – Vorteile
– Meist günstiger in der Hardware
– Sehr zuverlässig, unempfindlich gegen Störungen
– Lässt sich gut mit Zeitschaltuhren und Haussteuerungen verbinden - ❌ Kabelgebundener Motor – Nachteile
– Benötigt feste Elektroinstallation und Schalterleitung
– Mehr Aufwand bei Nachrüstung, oft Stemmarbeiten nötig
Warum der richtige Rollladenmotor so viel ausmacht
Rollläden sind längst nicht mehr nur „hell oder dunkel“. Sie beeinflussen:
- Wärmeschutz – weniger Hitze im Sommer, weniger Wärmeverlust im Winter, spürbare Entlastung für Ihre Heizung.
- Privatsphäre – kein „Aquarium-Effekt“ abends, wenn drinnen das Licht an ist.
- Sicherheit – ein stabiler Rollladenpanzer aus Aluminium schreckt Gelegenheitstäter deutlich ab.
- Komfort – ein Knopfdruck, und gleich mehrere Rollläden fahren in die gewünschte Position.
Aber welches System passt zu Ihrem Haus? **Funk oder Kabel?** Und wie kombinieren Sie das sinnvoll mit einem **Vorbaurollladen** oder einem **Unterputzrollladen**?
Funkmotor beim Rollladen – wie funktioniert das eigentlich?
Ein **Funkmotor** sitzt – wie jeder andere Motor – in der Rollladenwelle. Der Unterschied: Er hat ein integriertes Funkmodul. Gesteuert wird er nicht über fest verdrahtete Schalter, sondern per:
- Handsender (Fernbedienung),
- Funk-Wandtaster,
- Zeitschaltuhr mit Funk,
- oder Smart-Home-Zentrale (je nach System).
Die Stromversorgung braucht er natürlich trotzdem – **230 V**. Aber: Sie führen nur eine Zuleitung zum Rollladen. Die Schalterleitung entfällt.
Vorteile eines Funkmotors
- Wenig Dreck bei der Nachrüstung
Sie wollen bestehende Rollläden motorisieren und nicht das halbe Haus aufstemmen? Dann spielt der Funkmotor seine Stärke aus. Sie brauchen nur die Stromversorgung zum Kasten, nicht extra Schlitze für Schalter. - Maximaler Bedienkomfort
Ein Knopfdruck auf dem Handsender, und alle Rollläden im Erdgeschoss fahren runter. Oder Sie legen Szenen an: „Abendbetrieb“, „Urlaubsmodus“, „Sonnenschutz“. Das ist Lebensqualität. - Leicht mit Smart Home kombinierbar
Viele Funksysteme lassen sich mit Smart-Home-Zentralen koppeln. So binden Sie Ihre Rollläden in Heizungssteuerung, Lichtszenen und Anwesenheitssimulation ein.
Nachteile eines Funkmotors
- Höhere Anschaffungskosten
Funktechnik kostet. Die Motoren liegen preislich über vergleichbaren kabelgebundenen Varianten, dazu kommen Sender oder Funk-Wandtaster. - Batterien & Funkreichweite
Wandtaster und Handsender arbeiten oft mit Knopfzellen oder Batterien. Die halten lange, aber ab und zu müssen Sie sich darum kümmern. Und: Dicke Betonwände oder viel Stahl können die Funkreichweite begrenzen. - Komplexere Fehleranalyse
Wenn etwas nicht läuft, müssen Sie prüfen: Liegt es an der Stromversorgung, am Funk, am Sender, an der Programmierung? Für manche Kunden ist das ohne Fachmann frustrierend.
Kabelgebundener Rollladenmotor – der robuste Klassiker
Der **kabelgebundene Motor** ist der „Arbeitstier“-Antrieb. Er sitzt ebenfalls in der Welle, wird aber über eine **feste Leitung** mit einem Wandschalter oder einer Zentralsteuerung verbunden.
Vorteile eines kabelgebundenen Motors
- Kostengünstiger in der Hardware
Reine kabelgebundene Rohrmotoren sind meist günstiger als Funkvarianten. Gerade bei mehreren Fenstern summiert sich das deutlich. - Sehr zuverlässig & langlebig
Keine Funkstörungen, keine Batterien in Steuergeräten. Einmal sauber montiert, laufen solche Motoren viele Jahre sehr unauffällig. - Perfekt im Neubau
Wenn sowieso Kabel verlegt werden, nutzen Sie die Chance: **Steuerleitungen** sauber in der Wand, Schalter genau dort, wo Sie sie haben wollen, und fertig.
Nachteile eines kabelgebundenen Motors
- Mehr Aufwand bei der Nachrüstung
In einem fertigen Haus neue Schalterleitungen zu ziehen, bedeutet meist: Schlitze fräsen, Dreck, Malerarbeiten. Viele Hausbesitzer scheuen das – verständlich. - Weniger flexibel bei der Bedienposition
Der Wandschalter sitzt da, wo Sie ihn einmal eingeplant haben. Wenn er später stört oder ein Schrank davor steht, ist Umpositionieren aufwendig.
Wo kommen die Motoren unter? Vorbaurollladen oder Unterputzrollladen
Motor allein macht noch keinen Komfort. Entscheidend ist auch, **welches Rollladensystem** Sie wählen und wie es zum Motor passt.
Vorbaurollladen – ideal für Nachrüstung und Sanierung
Bei einem Vorbaurollladen sitzt der Rollladenkasten außen auf der Fassade oder direkt auf dem Fensterrahmen. Der große Vorteil: Sie greifen **nicht in den Innenraum** ein, vermeiden Wärmebrücken und können auch im bewohnten Haus relativ sauber nachrüsten.
Gerade bei Bestandsgebäuden bietet sich die Kombination aus **Vorbaurollladen mit Funkmotor** an. Sie führen nur die Stromleitung zum Kasten und sparen sich viel Stemmarbeit im Haus.
Optisch haben Sie die Wahl:
- klare Kanten mit Rollladenkasten eckig – sehr modern, passt gut zu kubischer Architektur,
- oder einen weicheren Look mit Vorbaurollladen halbrund und **rundem Kasten** – beliebt bei Einfamilienhäusern mit betonter Fassadengestaltung.
Unterputzrollladen – die „unsichtbare“ Lösung für Neubau
Sie planen einen Neubau oder eine Kernsanierung? Dann lohnt sich ein Blick auf den Unterputzrollladen. Hier verschwindet der Kasten **in der Fassade** oder Dämmung. Von außen sehen Sie nur noch die Führungsschienen und den Behang.
Was heißt das für die Motorwahl?
- Für **Rollladen für Neubau** empfehle ich häufig **kabelgebundene Motoren** – die Elektroinstallation wird ohnehin neu geplant, also nutzen Sie die Chance für eine saubere Schalter- oder Zentralverkabelung.
- Wenn Sie besonders flexibel sein wollen, können Sie auch im Neubau auf Funk setzen. Dann haben Sie „unsichtbare Rollladen“, aber trotzdem Funkkomfort.
Gerade bei **integrierten Systemen** im Smart Home lässt sich ein **Unterputzrollladen** mit Motor wunderbar einbinden – ob kabelgebunden mit Aktoren im Schaltschrank oder direkt mit Funkmotoren.
Funkmotor oder Kabel – was empfehle ich in welchem Fall?
1. Bestehendes Haus, wenig Dreck gewünscht
Sie wohnen schon lange im Haus, Wände sind fertig, Bäder gefliest, Küche eingebaut? Dann empfehle ich Ihnen in vielen Fällen:
- Vorbaurollladen + Funkmotor
Damit haben Sie:
- kaum Eingriffe im Innenraum,
- nur die Stromversorgung zum Rollladenkasten,
- sehr komfortable Bedienung und später die Option auf Smart Home.
2. Neubau oder Komplettsanierung mit Elektriker vor Ort
Wenn sowieso neue Leitungen verlegt werden, dann nutzen Sie das. In diesem Fall ist meine Empfehlung oft:
- Unterputzrollladen + kabelgebundener Motor
Vorteile für Sie:
- optisch nahezu unsichtbare Rollläden,
- saubere Elektroinstallation mit Schaltern oder Zentralsteuerung,
- meist günstigere Motorhardware im Vergleich zu Funk.
3. Design-Fassade & nachträglicher Komfort
Sie legen viel Wert auf die Optik der Fassade? Dann schaut man gern auf einen **runden Kasten**. In so einem Fall bieten sich häufig an:
- Vorbaurollladen halbrund + Funkmotor,
das wirkt sehr elegant und passt gut zu modernen wie klassischen Häusern.
Qualität des Motors – worauf ich als Handwerksmeister achte
Egal ob Funk oder Kabel: **Der beste Motor ist der, den Sie jahrelang nicht bemerken, weil er einfach funktioniert.**
Ich schaue auf:
- Herkunft & Verarbeitung – Motoren aus europäischer Produktion und mit CE-Zertifizierung haben sich im Alltag bewährt.
- Laufruhe – ein ruhiger Motor macht beim abendlichen Schließen einen enormen Unterschied im Wohnkomfort.
- Stromverbrauch – moderne Motoren haben einen sehr niedrigen Standby-Verbrauch. Das zahlt sich besonders bei vielen Rollläden aus.
Bei den Rollladensystemen von Bergertech setzen wir auf **Maßanfertigung** und **hochwertige Aluminiumprofile** mit PU-Schaumfüllung. Diese Kombination aus stabilem Behang und langlebigem Motor sorgt dafür, dass Sie nicht alle paar Jahre nachbessern müssen.
Schluss mit Standardmaßen. Konfigurieren Sie Ihren Rollladen millimetergenau.
Fazit: Investieren Sie in Ihren Wohnkomfort
Ob **Funkmotor** oder **kabelgebundener Motor** – beides kann eine sehr gute Lösung sein. Entscheidend ist, wie Ihr Haus aussieht, was Sie umbauen wollen und wie komfortabel Sie es gern hätten.
Mein Rat aus der Praxis:
- Bei **Nachrüstung** ohne große Bauarbeiten: lieber Funkmotor, gern in Kombination mit einem **Vorbaurollladen**.
- Bei **Neubau oder Kernsanierung**: kabelgebundene Motoren mit gut geplanten Unterputzrollladen sind oft die beste, sehr langlebige Lösung.
Wenn Sie konsequent auf **Qualität „Made in EU“**, stabile Aluminiumbehänge und eine durchdachte Motorwahl setzen, merken Sie das jeden Tag: weniger Hitze, mehr Sicherheit, mehr Komfort – und das über viele Jahre.
Häufig gestellte Fragen
Welcher Rollladenmotor ist der beste?
Die Frage nach „dem besten“ Motor lässt sich nur im Kontext beantworten. Es gibt mehrere sehr gute Hersteller. In vielen Vergleichen schneiden z. B. folgende Modelle gut ab:
- Schellenberg Rollodrive 65 – liegt preislich etwa bei 133 € und hat einen sehr geringen Standby-Stromverbrauch.
- Superrollo GW60 – etwa 72 € und mit integrierter Zeitschaltuhr erhältlich.
Worauf ich mehr achte als auf den Namen: Zuverlässigkeit, leiser Lauf, passende Leistung zum Rollladen und gute Ersatzteilversorgung. In Kombination mit einem hochwertigen Rollladenpaket – z. B. einem maßgefertigten Aluminium-Vorbaurollladen – haben Sie damit eine Lösung, die viele Jahre problemlos funktioniert.
Was für ein Kabel brauche ich für einen Rollladenmotor?
Für einen klassischen 230-V-Rollladenmotor setzen Sie üblicherweise auf ein **Elektrokabel mit 1,5 mm² Leitungsquerschnitt**, zum Beispiel NYM-J.
Typischer Aufbau:
- Leiterfarben z. B.: braun oder schwarz (Auf), andere Farbe (Ab), blau (Neutralleiter), grün-gelb (Schutzleiter).
Ich empfehle Ihnen: Planen Sie die Leitungsführung mit einem Elektriker. So stellen Sie sicher, dass Querschnitt, Absicherung und Leitungslängen zu Ihrem Haus passen und die Normen eingehalten sind.
Wie viele Adern brauche ich für einen Rollladenmotor?
Für einen einzelnen 230-V-Motor benötigen Sie in der Regel **mindestens 4 Adern**:
- 1× Phase für „Auf“
- 1× Phase für „Ab“
- 1× Neutralleiter
- 1× Schutzleiter
Sind mehrere Rollläden nebeneinander, kann ein **7×1,5-mm²-Kabel** sinnvoll sein, um mehrere Motoren oder zusätzliche Steueradern gemeinsam zu führen. Bei größeren Leitungslängen oder komplexeren Anlagen stimmen Sie die genaue Ausführung bitte mit Ihrem Elektriker ab – so bleibt Ihre Anlage sicher und zukunftsfähig.

